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Arbeitsrecht

Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Augsburg

Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Kündigung, befristetes Arbeitsverhältnis oder Auseinandersetzung um Gehalt und Arbeitszeugnis: Im Arbeitsrecht hängt häufig eine Frist von drei Wochen über dem Fortbestand Ihrer Ansprüche. Informieren Sie sich hier darüber, worauf es in dieser Situation ankommt. Von der Kündigungsschutzklage über den gesetzlichen Mutterschutz bis hin zur Abfindungszahlung: Das Arbeitsrecht räumt Arbeitnehmern umfangreichere Rechte ein, als vielen bewusst ist. Verschaffen Sie sich an dieser Stelle einen Überblick über die Ihnen zustehenden Möglichkeiten.

Leistungen · Arbeitsrecht

Wobei wir Sie unterstützen

In Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen gelten spezielle Regelungswerke — inklusive des kirchlichen Arbeitsrechts. Wir kennen die Besonderheiten dieser Arbeitsverhältnisse.

Das Individualarbeitsrecht regelt die Rechtsbeziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber — Urlaubsanspruch, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Arbeitsschutz.
Eine Kündigung muss Fristen, Gründe und die Schriftform wahren. Wir prüfen die Wirksamkeit und vertreten Sie im Kündigungsschutzprozess — mündliche Kündigungen oder Kündigungen ohne wichtigen Grund sind häufig unwirksam.
Ein Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhältnis einvernehmlich. Entscheidend sind Abfindungshöhe, Freistellung und Zeugnisregelung — etwa bei Umstrukturierungen oder Changemanagement-Prozessen.
Aufhebungsvertrag oder Eigenkündigung können eine Sperrzeit von in der Regel zwölf Wochen auslösen. Wir sichern wichtige Gründe — gesundheitliche Gründe, Mobbing, nicht gezahltes Entgelt — rechtssicher ab.
Die Abfindung ist eine finanzielle Entschädigung bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Die Höhe richtet sich nach Betriebszugehörigkeit, Alter und Bruttomonatsgehalt — etwa bei betriebsbedingten Kündigungen oder Sozialplanfällen.
Eine Abmahnung muss konkrete Pflichtverletzungen benennen und eine Wiederholungsandrohung enthalten. Wir prüfen ihre Berechtigung und wehren unberechtigte Abmahnungen ab.
Ein Arbeitszeugnis muss wohlwollend, wahr und vollständig sein und umfasst Leistungs- und Verhaltensbeurteilung. Wir setzen eine korrekte Bewertung für Sie durch.
Ratgeber · Arbeitsrecht

Arbeitsrecht: Setzen Sie Ihre Rechte im Arbeitsverhältnis durch

Eine Kündigung im Briefkasten, ein Arbeitsvertrag mit missverständlichen Regelungen oder ein Arbeitgeber, der während der Schwangerschaft unvermittelt eine Versetzung vornimmt: Das Arbeitsrecht berührt etwa 42,1 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland. Für die Mehrzahl sichert das Beschäftigungsverhältnis nicht allein die wirtschaftliche Existenz, sondern bestimmt zugleich weite Teile der Lebensgestaltung.

Gerade darum fallen Versäumnisse in diesem Rechtsgebiet besonders ins Gewicht. Wer eine Kündigungsschutzklage verspätet einreicht, büßt seine Ansprüche ein, gleichgültig wie rechtswidrig die Kündigung gewesen sein mag. Wer einen Aufhebungsvertrag unterzeichnet, setzt sich dem Risiko einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld aus. Und wer eine Ausschlussfrist im Arbeitsvertrag nicht beachtet, verliert die Möglichkeit, ausstehenden Lohn durchzusetzen.

Diese Darstellung erläutert, welche Gesetze das Beschäftigungsverhältnis bestimmen, welche Regelungen im Arbeitsvertrag unzulässig sind, wie der Kündigungsschutz ausgestaltet ist, welche Ansprüche im Mutterschutz bestehen und welche Neuerungen 2026 im Arbeitsrecht eintreten. Damit gewinnen Sie Klarheit darüber, wo Sie eigenständig tätig werden können und wann anwaltlicher Beistand erforderlich ist.

Arbeitsrecht im Überblick: Diese Gesetze schützen Arbeitnehmer

Das Arbeitsrecht findet sich nicht in einem einzigen Gesetzeswerk, sondern erstreckt sich über verschiedene Einzelgesetze, Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und gerichtliche Rechtsprechung. Man unterscheidet zwischen dem Individualarbeitsrecht, welches das Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bestimmt, und dem kollektiven Arbeitsrecht mit seinen Regelungen zu Betriebsverfassung und Tarifwesen.

Die Vertragsfreiheit existiert ausschließlich innerhalb dieser rechtlichen Rahmenbedingungen. Vereinbarungen, die zwingende Schutzbestimmungen zum Nachteil des Arbeitnehmers unterlaufen, sind ohne Rechtswirkung. Zu den zentralen gesetzlichen Grundlagen gehören:

  • Kündigungsschutzgesetz (KSchG): Anforderungen an eine sozial gerechtfertigte Kündigung und die dreiwöchige Klagefrist für Kündigungsschutzklagen.
  • Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): Grundlegende Struktur des Arbeitsvertrags, Kündigungsfristen gemäß § 622 BGB sowie das Schriftformgebot nach § 623 BGB.
  • Mindestlohngesetz (MiLoG): gesetzlich festgelegte Lohnuntergrenze, die weder durch Vertrag noch durch Tarifvereinbarung unterschritten werden kann.
  • Mutterschutzgesetz (MuSchG) und BEEG: Schutzfristen, Beschäftigungsverbote, Kündigungsschutz sowie Rechte auf Elternzeit und Elterngeld.
  • Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) und EFZG: Mindesturlaubsanspruch von 24 Werktagen sowie Lohnfortzahlung bei Krankheit für maximal sechs Wochen.
  • Arbeitszeitgesetz (ArbZG) und ArbSchG: Obergrenzen für Arbeitszeiten, Pausenregelungen, Ruhezeiten sowie die Verpflichtung des Arbeitgebers zum Gesundheitsschutz.
  • Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG): Zulässige Befristungsformen sowie Rechte auf Teilzeitbeschäftigung und Brückenteilzeit.

Für Beamte, Soldaten und Richter findet dieses Regelwerk keine Anwendung, da sie dem jeweiligen Dienstrecht unterworfen sind. Auch Organmitglieder wie Geschäftsführer folgen eigenen Bestimmungen, weil sie arbeitsrechtlich in der Regel nicht als Arbeitnehmer eingestuft werden.

Falls Sie unsicher sind, ob Sie überhaupt als Arbeitnehmer einzuordnen sind oder welche Regelungen für Ihren Vertrag gelten, sollten Sie die Einordnung durch einen Rechtsanwalt vornehmen lassen, bevor Sie Ansprüche geltend machen.

Welche Rechte und Pflichten bestehen in Ihrem Arbeitsverhältnis? Zur Vorbereitung verschaffen wir Ihnen einen umfassenden Überblick.

Prüfung des Arbeitsvertrags: Welche Klauseln häufig unwirksam sind

Das Arbeitsverhältnis basiert auf dem Arbeitsvertrag: Arbeitsleistung wird gegen Entgelt erbracht. Ein solcher Vertrag kann ohne bestimmte Form zustande kommen, selbst konkludent durch bloße Arbeitsaufnahme. Für die Dokumentation der wesentlichen Arbeitsbedingungen reicht nach dem Nachweisgesetz seit dem 1. Januar 2025 die Textform aus, sodass auch ein per E-Mail übermittelter Arbeitsvertrag wirksam nachgewiesen werden kann.

Konflikte ergeben sich in der Regel nicht aus den Hauptleistungspflichten, sondern aus zusätzlichen Vereinbarungen. Häufig anfechtbar sind insbesondere diese Regelungen:

  • Ausschlussfristen: Eine Mindestdauer von drei Monaten ist erforderlich, zudem darf die erste Geltendmachungsstufe kein Schriftformerfordernis enthalten, andernfalls sind die Fristen vollständig unwirksam.
  • Befristungen: Fehlt ein sachlicher Grund, darf eine Befristung gemäß § 14 Abs. 2 TzBfG maximal zwei Jahre dauern und ist ausschließlich bei erstmaligen Beschäftigungen möglich, andernfalls gilt das Arbeitsverhältnis als unbefristet.
  • Nachvertragliche Wettbewerbsverbote: Rechtliche Verbindlichkeit besteht nur dann, wenn mindestens die Hälfte der bisherigen Vergütung als Karenzentschädigung garantiert wird.
  • Nebentätigkeitsverbote: Ein generelles Verbot ist rechtsunwirksam, lediglich ein Genehmigungsvorbehalt bei Interessenkonflikten ist zulässig.
  • Rückzahlungsklauseln: Aufwendungen für Fortbildungen können nur dann zurückverlangt werden, wenn Bindungszeitraum und Rückzahlungsstaffelung in einem ausgewogenen Verhältnis zum gewährten Vorteil stehen.

Für eine Befristung gilt stets das Schriftformgebot. Erfolgt die Vereinbarung lediglich mündlich oder wird sie erst nach Tätigkeitsbeginn unterzeichnet, entsteht ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Ziehen Sie vor Ihrer Unterschrift einen Rechtsanwalt hinzu, um den Vertragsentwurf überprüfen zu lassen, da nachträgliche Korrekturen einzelner Bestimmungen ausschließlich über deren Unwirksamkeit durchsetzbar sind.

Möchten Sie Ihren Arbeitsvertrag überprüfen lassen? Existieren unwirksame Klauseln? Herrscht Unsicherheit bezüglich Ihrer arbeitsvertraglichen Rechte und Pflichten?

Kündigung bekommen: Schriftform, Kündigungsfristen und außerordentliche Kündigung

Nach § 623 BGB muss jede Kündigung schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift erfolgen. Die elektronische Übermittlung ist gesetzlich ausgeschlossen, weshalb Kündigungen per E-Mail, Fax, SMS oder Messenger-Dienst unwirksam sind. Wer eine solche Nachricht erhält, sollte trotzdem nicht untätig bleiben, sondern die rechtliche Situation prüfen lassen.

Die ordentliche Kündigung beendet das Arbeitsverhältnis erst nach Ablauf der Kündigungsfrist. Arbeitnehmer können mit einer Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende kündigen, ohne Angabe von Gründen. Für den Arbeitgeber verlängern sich die Fristen abhängig von der Betriebszugehörigkeit: von einem Monat nach zweijähriger Beschäftigung über vier Monate nach zehn Jahren bis zu sieben Monaten nach zwanzig Jahren, jeweils zum Monatsende.

Die außerordentliche Kündigung löst das Arbeitsverhältnis fristlos auf, setzt jedoch einen wichtigen Grund voraus und erfordert die Unzumutbarkeit der Fortsetzung bis zum regulären Fristablauf. Als wichtige Gründe kommen beispielsweise Diebstahl, Tätlichkeiten, sexuelle Belästigung oder beharrliche Arbeitsverweigerung in Betracht. Zu beachten ist die Zwei-Wochen-Frist aus § 626 Abs. 2 BGB: Der Arbeitgeber muss innerhalb von zwei Wochen nach Kenntnis der maßgeblichen Umstände kündigen, anderenfalls ist die fristlose Kündigung bereits aus diesem Grund unwirksam. Häufig ist außerdem eine vorherige Abmahnung erforderlich.

Unterschreiben Sie weder eine Empfangsbestätigung mit Zusätzen noch einen Aufhebungsvertrag unter Zeitdruck, sondern lassen Sie die Kündigung zunächst anwaltlich prüfen.

Haben Sie eine Kündigung erhalten? Ist sie formal wirksam? Herrscht Unklarheit über Kündigungsfristen und Ihre nächsten Schritte?

Kündigungsschutzklage: Dreiwöchige Frist vor dem Arbeitsgericht

Wer gegen eine Kündigung vorgehen möchte, ist gemäß § 4 KSchG verpflichtet, innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung beim Arbeitsgericht Klage einzureichen. Versäumt man diese Frist, wird die Kündigung als rechtswirksam behandelt, auch wenn sie eindeutige Mängel aufweist. Diese Frist ist für alle Kündigungen verbindlich, ungeachtet der Größe des Betriebs oder der Dauer des Arbeitsverhältnisses.

Der allgemeine Kündigungsschutz gemäß KSchG wird wirksam, sofern das Arbeitsverhältnis über sechs Monate hinaus bestand und der Betrieb üblicherweise mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigt. Teilzeitbeschäftigte mit maximal 20 Wochenstunden werden mit dem Faktor 0,5 berücksichtigt, solche mit maximal 30 Wochenstunden mit 0,75, während Auszubildende nicht in die Berechnung einfließen. Für Beschäftigungsverhältnisse, die vor dem 1. Januar 2004 begründet wurden, findet die reduzierte Grenze von mehr als fünf Mitarbeitern Anwendung.

Ist der Kündigungsschutz anwendbar, bedarf die Kündigung einer Rechtfertigung durch personenbedingte Gründe, verhaltensbedingte Gründe oder zwingende betriebliche Erfordernisse. Bei betriebsbedingten Kündigungen muss der Arbeitgeber ergänzend eine Sozialauswahl unter Berücksichtigung von Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Unterhaltsverpflichtungen und Schwerbehinderung durchführen. Besonderer Kündigungsschutz gilt unter anderem für werdende Mütter und Mütter bis vier Monate nach der Geburt, Personen in Elternzeit sowie schwerbehinderte Arbeitnehmer. In diesen Fällen ist eine Kündigung ausschließlich mit vorheriger behördlicher Genehmigung zulässig, während Betriebsratsmitglieder generell vor ordentlichen Kündigungen geschützt sind.

Ein rechtlicher Abfindungsanspruch existiert lediglich in Ausnahmefällen, beispielsweise gemäß § 1a KSchG. Tatsächlich wird eine Abfindung überwiegend im Rahmen von Vergleichsverhandlungen vor dem Arbeitsgericht vereinbart, wobei die Verhandlungsposition maßgeblich von den Aussichten der Kündigungsschutzklage bestimmt wird.

Nehmen Sie unmittelbar nach Erhalt der Kündigung Kontakt auf, sodass die Klage fristgerecht innerhalb der Drei-Wochen-Frist eingereicht und Verhandlungen über eine Abfindung eingeleitet werden können.

Mutterschutz und Elternzeit: Schutzfristen, Kündigungsverbot und Entgelt

Das Mutterschutzgesetz sichert den Gesundheitsschutz schwangerer Arbeitnehmerinnen und Mütter im Beschäftigungsverhältnis. Die gesetzliche Schutzfrist setzt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin ein und läuft acht Wochen nach der Entbindung aus. Bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten oder wenn das Kind mit einer Behinderung zur Welt kommt, erstreckt sich diese Frist auf zwölf Wochen. Vor der Entbindung kann die Arbeitnehmerin auf ausdrücklichen eigenen Wunsch ihre Tätigkeit fortsetzen, nach der Geburt gilt hingegen ein uneingeschränktes Beschäftigungsverbot.

Für die Zeit der Schwangerschaft gelten spezielle Regelungen zu den Arbeitsbedingungen. Die Arbeitszeit pro Tag darf maximal 8,5 Stunden betragen, Arbeit in der Nacht zwischen 20 und 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ist ausschließlich unter strengen Voraussetzungen erlaubt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, den Arbeitsplatz auf mögliche Gefährdungen zu überprüfen und erforderlichenfalls anzupassen oder die Arbeitnehmerin anders einzusetzen. Die finanzielle Absicherung erfolgt während der Schutzfristen über das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse sowie einen Zuschuss des Arbeitgebers, bei einem Beschäftigungsverbot außerhalb dieser Zeiträume durch Mutterschutzlohn in Höhe des durchschnittlich erzielten Verdienstes.

Der Anspruch auf Erholungsurlaub bleibt während der Schutzfristen und bei Beschäftigungsverboten vollständig erhalten und kann im Anschluss an die Rückkehr in Anspruch genommen werden. Für die Elternzeit besteht eine Sonderregelung: Der Arbeitgeber ist berechtigt, den Urlaubsanspruch für jeden vollständigen Kalendermonat der Elternzeit um ein Zwölftel zu kürzen, wobei er diese Kürzung ausdrücklich erklären muss.

Missachtet der Arbeitgeber die Schutzvorschriften oder spricht er trotz bestehender Schwangerschaft eine Kündigung aus, sollten Sie Ihre Ansprüche anwaltlich absichern lassen, solange die dreiwöchige Klagefrist noch nicht verstrichen ist.

Arbeitsrecht 2026: Mindestlohn, Arbeitszeiterfassung und Entgelttransparenz

Gegenwärtig befindet sich das Arbeitsrecht in mehreren Bereichen gleichzeitig im Wandel. Drei zentrale Neuerungen betreffen bestehende Arbeitsverhältnisse unmittelbar.

Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro brutto pro Zeitstunde, ab dem 1. Januar 2027 erhöht er sich auf 14,60 Euro. Parallel dazu steigt die Geringfügigkeitsgrenze für Minijobs, da sie dynamisch an den Mindestlohn gebunden ist. Wer weniger als den Mindestlohn erhält, kann die Differenz nachfordern, da ein Verzicht auf den Mindestlohn unwirksam ist und Ausschlussfristen in diesem Bereich nicht greifen.

Im Bereich der Arbeitszeit besteht bereits heute eine Verpflichtung: Gemäß der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts müssen Arbeitgeber Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit dokumentieren. Ein im Juni 2026 vorgelegter Referentenentwurf zur Novellierung des Arbeitszeitgesetzes plant, diese Pflicht gesetzlich festzuschreiben und die elektronische Dokumentation vorzuschreiben. Gleichzeitig soll unter tarifvertraglichen Bedingungen eine wöchentliche anstelle einer täglichen Höchstarbeitszeit ermöglicht werden. Da das Gesetzgebungsverfahren noch läuft, bleibt die tägliche Höchstgrenze von acht Stunden bis auf Weiteres bestehen.

Im Bereich der Entgeltgleichheit ist die Umsetzungsfrist der EU-Entgelttransparenzrichtlinie am 7. Juni 2026 verstrichen, ohne dass ein entsprechendes deutsches Umsetzungsgesetz verabschiedet wurde. Das Entgelttransparenzgesetz aus dem Jahr 2017 bleibt daher vorläufig gültig. Beschäftigte im öffentlichen Dienst können sich unter bestimmten Bedingungen unmittelbar auf die Richtlinie stützen, ansonsten beeinflussen die Wertungen der Richtlinie die Auslegung des bestehenden Rechts. Auskunftsansprüche bezüglich der Vergütung vergleichbarer Kolleginnen und Kollegen entwickeln sich dadurch zu einem zunehmend wirksamen Mittel.

Falls Sie vermuten, unter dem Mindestlohn zu arbeiten, ohne ordnungsgemäße Zeiterfassung beschäftigt zu sein oder schlechter als vergleichbare Kollegen entlohnt zu werden, sollten Sie Ihre Ansprüche anwaltlich ermitteln lassen, bevor vertragliche Ausschlussfristen verstreichen.

Ihr Fachanwalt für Arbeitsrecht in Gersthofen: So gehen wir vor

Prof. Dr. Christian Kanth ist Fachanwalt für Arbeitsrecht und Fachanwalt für Medizinrecht. Er wurde im Medizinrecht promoviert, lehrt als Professor an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning und ist Lehrbeauftragter an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg. Als aktiver Rettungssanitäter und ehrenamtlicher Justiziar des BRK Nordschwaben kennt er die Abläufe im Gesundheitswesen auch aus der Praxis. FOCUS zeichnete ihn 2024, 2025 und 2026 als Top-Anwalt aus.

So wird in Ihrem arbeitsrechtlichen Fall vorgegangen

Arbeitsrechtliche Angelegenheiten unterliegen strengen zeitlichen Vorgaben. Deshalb folgen wir einem strukturierten Ablauf, bei dem zunächst sämtliche Fristen gewahrt werden, bevor die weitere Vorgehensweise festgelegt wird.

  • Fristensicherung: Zunächst überprüfen wir den Zugang und das Datum der Kündigung sowie sämtliche vertraglichen Ausschlussfristen und gewährleisten, dass keine Frist ungenutzt verstreicht.
  • Unterlagenanalyse: Arbeitsvertrag, Abmahnungen, Betriebsvereinbarungen, Lohnabrechnungen sowie der gesamte Schriftverkehr werden auf rechtlich angreifbare Schwachstellen untersucht.
  • Zielklärung: Wir klären gemeinsam ab, ob Ihr Interesse auf den Fortbestand des Arbeitsverhältnisses, eine Abfindungszahlung, ein qualifiziertes Arbeitszeugnis oder ausstehende Zahlungsansprüche gerichtet ist.
  • Außergerichtliche Verhandlung: Wir führen den Schriftwechsel mit dem Arbeitgeber und dessen Rechtsanwalt und verhandeln über eine Aufhebungsvereinbarung, die Höhe der Abfindung sowie die Formulierung des Zeugnisses.
  • Vertretung vor dem Arbeitsgericht: Kommt keine außergerichtliche Einigung zustande, übernehmen wir Ihre Vertretung im Gütetermin und Kammertermin sowie gegebenenfalls im Berufungsverfahren vor dem Landesarbeitsgericht.

Ein wichtiger Hinweis zur Kostenfrage, der vielen unbekannt ist: In der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht trägt gemäß § 12a ArbGG jede Partei ihre eigenen Anwaltskosten selbst, selbst bei einem Obsiegen. Wir erörtern daher im Vorfeld ausführlich die Kosten, eine etwaige Rechtsschutzversicherung sowie die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten.

Nehmen Sie umgehend Kontakt zu uns auf, sobald Ihnen eine Kündigung, eine Abmahnung oder ein Aufhebungsvertrag zugegangen ist, damit wir die Fristen wahren und Ihre Verhandlungsposition optimal gestalten können.

Unser Leistungsspektrum für Sie

Als Rechtsanwalt im Arbeitsrecht übernehme ich sämtliche Angelegenheiten rund um Ihr Arbeitsverhältnis. Sobald Sie mich mandatieren, beginne ich unverzüglich mit der Bearbeitung Ihres Anliegens. Mein Tätigkeitsspektrum umfasst insbesondere folgende Leistungen:

  • Prüfung von Arbeitsverträgen auf Stolperfallen und rechtswidrige Bestimmungen
  • Durchsetzung des Kündigungsschutzes – beispielsweise während des Mutterschutzes
  • Anfechtung der Wirksamkeit befristeter Arbeitsverträge
  • Durchsetzung der Beseitigung arbeitsschutzrechtlicher Mängel
  • Geltendmachung von Ansprüchen bei ausstehendem Arbeitsentgelt
  • Durchsetzung oder Abwehr der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
  • Vorbereitung und Ausgestaltung von Aufhebungsvereinbarungen
  • Vorteilhafte, rechtssichere und steueroptimierte Gestaltung von Abfindungen
  • Überprüfung von Arbeitszeugnissen und Anfechtung unzutreffender Beurteilungen
Fragen

FAQs: Häufig gestellte Fragen zum Arbeitsrecht

Ja. Wir beraten und vertreten Arbeitnehmer, medizinisches Personal und Führungskräfte ebenso wie Einrichtungen des Gesundheitswesens und Unternehmen der freien Wirtschaft – von der ersten Beratung bis zur gerichtlichen Vertretung im Kündigungsschutzprozess. Besondere Erfahrung besteht im Arbeitsrecht des Gesundheitswesens und im kirchlichen Arbeitsrecht.

Ja. Wir werden nicht nur in Bayern, sondern im gesamten süddeutschen Raum und darüber hinaus bundesweit mandatiert.

Persönlich in Gersthofen, per Telefon oder unkompliziert über Videotelefonie.

Wissenschaftliche Tiefe — Lehrprofessur und Promotion im Medizinrecht — verbunden mit praktischer Erfahrung. Herr Prof. Dr. Kanth ist zudem aktiver Rettungssanitäter.

Die Klage auf Kündigungsschutz muss innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung beim Arbeitsgericht eingereicht werden (§ 4 KSchG). Entscheidend ist der Zugang, nicht das Datum auf dem Schreiben. Versäumen Sie die Frist, wird die Kündigung als rechtswirksam behandelt, auch wenn sie offensichtlich mangelhaft war. Eine nachträgliche Zulassung der Klage ist nur unter sehr engen Ausnahmevoraussetzungen möglich.

Der allgemeine Kündigungsschutz wird wirksam, sofern das Beschäftigungsverhältnis über sechs Monate hinaus bestand und der Betrieb regelmäßig mehr als zehn Mitarbeiter aufweist. Teilzeitbeschäftigte fließen entsprechend ihrem Stundenumfang ein, Auszubildende bleiben außer Betracht. Bei Beschäftigungsverhältnissen mit Beginn vor dem 1. Januar 2004 greift ein niedrigerer Schwellenwert. Die dreiwöchige Klagefrist gilt ungeachtet dessen in allen Fällen.

Nein. Die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses erfordert gemäß § 623 BGB die Schriftform mit handschriftlicher Unterschrift, wobei die elektronische Form explizit ausgeschlossen ist. Eine Beendigung via E-Mail, Telefax, SMS oder Messenger-Dienst ist folglich unwirksam. Dennoch sollten Sie nicht untätig bleiben, sondern das weitere Vorgehen abklären lassen, um Unklarheiten bezüglich des Fortbestands des Arbeitsverhältnisses auszuschließen.

Sofern vertraglich oder tariflich nichts anderes geregelt ist, kann ein Arbeitnehmer mit einer Frist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende kündigen. Eine Begründung ist nicht erforderlich. Für den Arbeitgeber verlängern sich die Fristen abhängig von der Betriebszugehörigkeit auf bis zu sieben Monate zum Monatsende. Während der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist für beide Seiten zwei Wochen, falls nichts anderes vereinbart wurde.

Ein rechtlicher Anspruch besteht lediglich in Ausnahmefällen, beispielsweise wenn der Arbeitgeber sie bei einer betriebsbedingten Kündigung gemäß § 1a KSchG explizit zusagt oder ein Sozialplan eine entsprechende Regelung enthält. Praktisch entstehen Abfindungen hauptsächlich durch Vergleichsvereinbarungen vor dem Arbeitsgericht. Als Richtwert wird oft ein halbes Bruttomonatsgehalt je Beschäftigungsjahr herangezogen, die tatsächliche Höhe richtet sich aber nach den Aussichten auf Klageerfolg.

Eine Befristung ohne sachlichen Grund ist gemäß § 14 Abs. 2 TzBfG für maximal zwei Jahre möglich und kann innerhalb dieser Zeitspanne bis zu dreimal verlängert werden. Voraussetzung hierfür ist, dass zwischen den Parteien zuvor kein Beschäftigungsverhältnis bestanden hat. Bei Vorliegen eines sachlichen Grundes, beispielsweise zur Vertretung, für projektbezogene Tätigkeiten oder zur Erprobung, sind auch längere Befristungen statthaft. Wird die erforderliche Schriftform für die Befristungsvereinbarung nicht eingehalten, entsteht ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis.

Die Schutzfrist setzt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin ein und endet acht Wochen nach der Entbindung. Bei Frühgeburten, Mehrlingsgeburten sowie bei der Geburt eines Kindes mit Behinderung erstreckt sie sich auf zwölf Wochen. Erfolgt die Entbindung später als errechnet, hat dies keine Verkürzung der nachgeburtlichen Frist zur Folge. Vor der Entbindung darf die Frau auf ausdrücklichen eigenen Wunsch ihre Tätigkeit fortsetzen, nach der Geburt besteht ein absolutes Beschäftigungsverbot.

Innerhalb der Schutzfristen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse das Mutterschaftsgeld, welches der Arbeitgeber bis zur Höhe des bisherigen Nettoentgelts ergänzt. Liegt außerhalb der Schutzfristen ein individuelles oder betriebliches Beschäftigungsverbot vor, erfolgt die Zahlung des bisherigen Durchschnittsverdienstes als Mutterschutzlohn. Nehmen Sie vor der Entbindung freiwillig Ihre Arbeit wahr, steht Ihnen die reguläre Vergütung zu. Eine Verringerung aufgrund schwangerschaftsbedingter Leistungsminderung ist nicht gestattet.

Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 Euro brutto pro Stunde und erhöht sich zum 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro. Die Verpflichtung zur Dokumentation von Arbeitsbeginn, Arbeitsende und Arbeitsdauer ergibt sich bereits aus der höchstrichterlichen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts. Diese Pflicht soll durch einen Referentenentwurf zur Novellierung des Arbeitszeitgesetzes näher ausgestaltet werden, wobei unter tarifvertraglichen Bedingungen eine wöchentliche anstelle einer täglichen Höchstarbeitszeit ermöglicht werden soll. Der Gesetzgebungsprozess ist derzeit noch nicht abgeschlossen.

Rechtlicher Beistand empfiehlt sich insbesondere dann, wenn Ihnen eine Kündigung, ein Aufhebungsvertrag oder eine Abmahnung zugegangen ist, denn in diesen Fällen laufen enge Fristen und geleistete Unterschriften lassen sich nur schwer widerrufen. Auch bei ausstehenden Lohnforderungen, mehrdeutigen Vertragsbestimmungen und Auseinandersetzungen über das Arbeitszeugnis lohnt sich eine zeitnahe Prüfung. Erst die Auswertung der Dokumente zeigt, ob eine gerichtliche Auseinandersetzung, eine einvernehmliche Lösung oder das Zuwarten die vorteilhaftere Vorgehensweise darstellt. Aus dieser Bewertung ergibt sich zugleich die realistische Höhe einer eventuellen Abfindung.

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Sprechen Sie uns gerne persönlich an. Terminvereinbarungen sind persönlich, per Telefon oder unkompliziert über Videotelefonie möglich.